375 Hochseilgärten — und täglich werden es mehr

Vor gut zwei Wochen habe ich hier geschrieben, dass hochseilgaerten.com 103 Anlagen versammelt. Heute sind es 375 🌲

👉 https://www.hochseilgaerten.com/

375 Hochseilgärten, Kletterparks und Waldseilparks in vier Ländern: 252 in Deutschland, 86 in Österreich, 25 in Tschechien und 12 in Slowenien, verteilt über 44 Regionen. Auf einer Karte, filterbar nach Region, Alter, Körpergröße, Preis und danach, was heute überhaupt offen hat.

Wie aus 103 Anlagen 375 wurden

Der größte Sprung kam aus Deutschland. Ich hatte angenommen, dass die großen Anlagen leicht zu finden sind — das stimmte nicht. Wer nach Kletterparks sucht, findet die, die Werbung schalten. Die anderen stehen in offenen Geodaten, in OpenStreetMap, in Tourismusverzeichnissen oder auf einer Website, die seit 2014 unverändert ist.

Also bin ich alle sechzehn Bundesländer durchgegangen, dazu Tschechien vollständig. Jede Anlage wurde einzeln geprüft: existiert sie noch, ist es überhaupt ein Hochseilgarten und nicht ein Kletterturm, stimmt der Standort. Sechzehn Kandidaten sind bei dieser Prüfung wieder herausgeflogen — eine Anlage war dauerhaft geschlossen und ihre Domain inzwischen von jemand anderem übernommen, drei andere waren Klettertürme, einer ein Duplikat.

Das ist der unspektakuläre Teil der Arbeit, und es ist der, der ein Verzeichnis von einer Linksammlung unterscheidet.

Warum die Zahl täglich weiterwächst

Der eigentliche Grund, warum sich die Seite jeden Tag verändert, sind aber nicht neue Anlagen. Es sind die Betreiber.

Ende August habe ich alle Betreiber angeschrieben, deren Adresse ich finden konnte — 332 von 375. Auf Deutsch, Tschechisch und Slowenisch, je nachdem, wo die Anlage steht. Die Bitte war einfach: Schauen Sie sich Ihren Eintrag an, korrigieren Sie, was falsch ist, und geben Sie mir Fotos, wenn Sie welche haben.

Die Antworten sind das Beste, was diesem Projekt passieren konnte. Ein Betreiber im Sauerland stellte klar, dass seine Anlage nicht ganzjährig geöffnet ist, sondern von April bis November — die Zeiten auf der Website waren der Tagesplan, nicht die Saison. Ein anderer in Nordrhein-Westfalen wollte Preise und Öffnungszeiten ausdrücklich nicht im Verzeichnis haben, weil sie sich zu oft ändern; dort steht jetzt nur noch der Verweis auf die eigene Seite. Ein Kletterpark bei Leipzig schickte ein Word-Dokument mit acht Anmerkungen und räumte damit auf, dass es dort einen Saisonrabatt gäbe — den gibt es nicht, wohl aber einen Rabatt fürs Vorausbuchen. Und in Franken stellte sich heraus, dass eine Anlage schlicht keine festen Öffnungszeiten hat.

Jede dieser Rückmeldungen macht das Verzeichnis genauer. Inzwischen tragen 286 Anlagen eine Preisangabe, 298 eine Alters- oder Größengrenze, 265 ihre Saisonzeiten. Und 28 Anlagen zeigen echte Fotos, die mir ihre Betreiber freigegeben haben — statt der neutralen Zeichnung, die überall dort steht, wo ich noch nichts habe.

Was das für Eltern ändert

Die praktische Frage vor einem Ausflug ist selten „welche Kletterparks gibt es?“, sondern „was ist von hier aus erreichbar, hat heute offen, und darf mein Kind überhaupt hinauf?“.

Genau darauf antwortet die Startseite. Sie schätzt den Standort aus der Netzadresse — ohne Nachfrage, ohne GPS —, sortiert nach Entfernung und zeigt zu jeder Anlage, ob sie an diesem Tag geöffnet ist. Ein Klick auf „In der Nähe“, ein Klick auf „heute geöffnet“, und aus 375 Anlagen werden die drei, die tatsächlich in Frage kommen. Das Mindestalter steht in der Karte, nicht erst nach drei Klicks auf der Betreiberseite.

Es gibt auch einen Filter „Mit Fotos“ und einen für Barrierefreiheit. Bei letzterem bin ich streng: Er zeigt nur Anlagen, bei denen der Betreiber die Barrierefreiheit selbst bestätigt hat. Alles andere wäre ein Versprechen, das jemand vor Ort einlöst, nicht ich.

Was noch fehlt

Eine Menge. 110 Anlagen nennen keine Saisonzeiten, weil sie sie nur in einem Buchungskalender führen. 43 Betreiber haben keine auffindbare Adresse und konnten deshalb gar nicht gefragt werden. Und der Rest der Fotos fehlt schlicht noch — 28 von 375 ist ein Anfang, mehr nicht.

Dazu kommen die traurigen Nachrichten, die zu so einem Verzeichnis gehören: Ein Kletterwald in Brandenburg schließt am 26. September nach 24 Jahren. Das steht jetzt in seinem Eintrag, damit niemand umsonst hinfährt.

Mitmachen

Wenn Sie eine Anlage betreiben und Ihr Eintrag ist falsch, unvollständig oder ohne Bild: Auf jeder Seite gibt es dafür ein Formular, und office@hochseilgaerten.com liest jemand. Dasselbe gilt für Eltern, die vor Ort etwas anderes vorgefunden haben, als auf der Seite stand. Jede Korrektur wird eingearbeitet — meist noch am selben Tag.

Die ganze Seite gibt es auf Deutsch, Englisch, Slowenisch, Tschechisch und Italienisch. Sie kostet nichts, sie zeigt keine Werbung, und kein Eintrag ist zu kaufen — Betreiber können ihren Eintrag aufwerten, an der Reihenfolge ändert das nichts.

👉 https://www.hochseilgaerten.com/

375 Hochseilgärten — und täglich werden es mehr
Arbeite smarter, nicht härter? Ein Zimmermann widerspricht. →