Von der Baustelle bis ins Büro: Künstliche Intelligenz verändert Berufe unterschiedlich stark. Nur wusste bisher kaum jemand, wie stark der eigene betroffen ist. Deshalb habe ich die Daten dazu interaktiv aufbereitet.
Woher die Zahlen kommen
Microsoft Research hat neun Monate lang rund 200.000 anonymisierte Gespräche mit einem KI-Assistenten ausgewertet und jedes davon den Tätigkeiten zugeordnet, die in der US-Berufssystematik für Berufe hinterlegt sind. Daraus entsteht für 785 Berufe ein Wert: Wie viel der typischen Arbeit deckt sich mit dem, wofür Menschen KI heute tatsächlich nutzen — und wie erfolgreich ist sie dabei?
Die Studie steht unter einer freien Lizenz. Ich habe die Daten übernommen, alle 785 Berufsbezeichnungen ins Deutsche übertragen und eine Seite gebaut, auf der man den eigenen Beruf eintippen kann.
Was man dort sieht
Jeder der 785 Berufe ist ein Punkt in einer Wolke. Per Knopfdruck teilt sich die Wolke in neun Berufsgruppen auf, und das Muster wird auf einen Blick sichtbar: Bildung, Medien und Soziales liegen oben, Handwerk, Bau und Produktion unten. Wer seinen Beruf eintippt, sieht den eigenen Punkt, die Einordnung und den Vergleich mit allen anderen.
Was die Zahl nicht sagt
Das ist der wichtigste Punkt, und die Forscher betonen ihn selbst: Ein hoher Wert bedeutet nicht, dass ein Beruf verschwindet. Dolmetscher haben den höchsten Wert von allen — sie verschwinden nicht, aber ihre Arbeit sieht in fünf Jahren anders aus als heute. Die Zahl misst Überschneidung, nicht Verdrängung.
Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Daten stammen aus den USA und aus einem einzigen KI-Assistenten, und sie bilden den Stand von 2025 ab. Für den österreichischen Arbeitsmarkt sind sie ein Hinweis, kein Messwert.
Hier geht es zur Grafik: https://www.mariokoerbler.com/ki-job-check