Wenn das Produkt gratis ist, bist du das Produkt.

The mouse dies in the trap cause it doesn’t realise why the cheese is free. If the product is free, you are the product

Schwarzes Bild, weiße Schreibmaschinenschrift, kein Absender. Sinngemäß: Die Maus stirbt in der Falle, weil sie nicht versteht, warum der Käse gratis ist. Wenn das Produkt gratis ist, bist du das Produkt.

Zwei Sätze, die das digitale Geschäftsmodell der letzten zwanzig Jahre besser beschreiben als die meisten Fachartikel.

Gratis ist kein Preis

Die Maus in der Falle zahlt nicht mit Geld. Sie zahlt mit etwas, das sie vorher nie als Währung gesehen hat.

Genau das passiert jeden Tag millionenfach. Wir zahlen nicht mit Euro, sondern mit Aufmerksamkeit, mit Verhalten, mit Daten. Und weil auf keiner Rechnung ein Betrag steht, fühlt es sich kostenlos an.

Gratis ist kein Preis. Gratis ist nur ein Preis, den man nicht sieht.

Jedes Produkt hat ein Geschäftsmodell

Ich baue seit über 20 Jahren Software. Ich weiß ziemlich genau, was ein Entwicklerteam kostet, was Server kosten, was Support kostet.

Wenn ein Produkt Millionen Nutzer hat und trotzdem nichts verlangt, dann sind die Kosten nicht verschwunden. Dann bezahlt sie jemand anderer. Und dieser jemand ist nicht großzügig, sondern Kunde.

Die Frage ist nie, ob ein Produkt Geld verdient. Die Frage ist nur: an wem.

Im Unternehmen ist das keine Geschmacksfrage mehr

Privat kann jeder selbst entscheiden, wie viel ihm seine Daten wert sind. Das ist eine persönliche Abwägung, und die nehme ich niemandem ab.

Im Unternehmen sieht es anders aus. Da geht es nicht um Urlaubsfotos, sondern um Kundendaten, Angebote, Kalkulationen, Verträge.

Ich sehe regelmäßig Firmen, die genau solche Informationen durch kostenlose Tools schicken, weil es schnell geht und nichts kostet. Ohne Vertrag, ohne Ansprechpartner, ohne Antwort auf die Frage, wo diese Daten am Ende liegen.

Wer nichts bezahlt, ist kein Kunde. Und wer kein Kunde ist, hat auch niemanden, den er in die Pflicht nehmen kann.

Bei KI läuft dasselbe Muster gerade noch einmal ab

Nur schneller.

Kostenlose KI-Werkzeuge sind großartig. Sie sind gleichzeitig der effizienteste Weg, den je jemand gefunden hat, um an das Wissen und die Arbeitsweise von Millionen Menschen zu kommen. Was man dort eintippt, ist nicht weg. Es ist woanders.

Ich arbeite jeden Tag mit KI und halte sie für die größte Veränderung meiner Karriere. Genau deshalb schaue ich sehr genau hin, welches Werkzeug ich womit füttere.

Warum ich für Software Geld verlange

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, Software zu bauen, für die Kunden bezahlen.

Das ist kein moralischer Vorteil, sondern ein struktureller. Wenn der Nutzer zahlt, ist er der Kunde. Dann muss das Produkt für ihn gut sein – und nicht für jemanden im Hintergrund, den er nie zu Gesicht bekommt.

Bezahlte Software hat eine Rechnung, einen Vertrag, eine Verantwortung und einen Menschen, den man anrufen kann.

Die eine Frage

Ich sage nicht, dass alles Kostenlose schlecht ist. Ich sage nur: Es gibt kein Produkt ohne Geschäftsmodell.

Deshalb stelle ich mir bei jedem kostenlosen Werkzeug dieselbe Frage: Wer bezahlt hier eigentlich?

Wenn ich die Antwort nicht finde, bin ich sie.

Ich freue mich riesig über solche Rezensionen. →